Mein liebstes Beispiel: Wenn ich Schuhe kaufen will, dann suche ich eine Website, auf der auch Schuhe zu sehen sind. Nicht der Kopf des Inhabers und auch nicht eine nichtssagende Grafik aus dem Homepage-Baukasten mit grinsenden Fotomodellen.
Wenn ich Stiefel suche, will ich mit einem Klick dort sein. Ich will dann sehen, was für Stiefel das sind, was das besondere daran ist und wie viel sie kosten. Wenn ich etwas gesehen habe, dass ich nun kaufen möchte, dann will ich den Kauf auch zügig erledigen. Vorher aber will ich mir sicher sein, hier nicht betrogen zu werden, also schaue ich ob die Seite professionell ist und dass Unternehmen dort ehrlich und qualifiziert wirkt.
Stiefel zu kaufen entspricht nicht nur meinem Wunsch, sondern auch dem des Betreibers der Website. Aber viele davon scheinen sich gar nicht dafür zu interessieren. Manche Unternehmen haben Umsatz nicht wegen, sondern trotz ihrer Homepage. Haben sie auf der Telekom Seite schon einmal die richtige Hotlinenummer gesucht?
Manche Unternehmen haben eine Webseite, damit sie "im Internet" sind. Und mache Kataloge werden nur gedruckt, damit sie in der Mülltonne landen. Im Internet ist jeder ein "qualifizierter Partner", macht seine Lieferanten mit einem "Disclaimer" lächerlich und heißt mich herzlich willkommen auf seiner Webseite. Bei Google finden sich unter "herzlich willkommen" über 11 Millionen Treffer. Besser als mit dieser stupiden Formel kann man sein Desinteresse am Kunden gar nicht dokumentieren.
An welche Homepage können Sie sich erinnern, welche würden Sie wieder erkennen und welche davon hat Ihnen und dem Anbieter etwas genutzt?
Ein Mann sagte mir, dass seine Kunden seine Homepage schön finden. Ich fragte ihn, ob nur einer davon aufgrund der Seite erst zu seinem Kunden geworden ist.
"Die meisten Seiten im Web sind das Werk von Dilettanten. Optisch halbwegs erträgliches wird entweder aus Schablonen generiert oder von sogenannten Designern, die billig Kunsthandwerk kopieren. Beim eigentlichen Ziel aber, ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Person inhaltlich zu erfassen und ein ihm gemäßes Antlitz zu erschaffen, versagen die meisten jämmerlich."
Ich habe manchmal, wenn ich durchs Web surfe, das Gefühl, lauter Schulaufsätze durchzublättern.
Sie sind Experte auf ihrem Gebiet. Ist das auch Ihr Kunde? Sie wissen ganz genau, wie Ihr Geschäft funktioniert, sonst hätten sie gar keinen Etat um mich zu beauftragen. Ich weiß es nicht und stelle deshalb die richtigen Fragen. Nehmen sie sich bloss nicht allzuviele Vorbilder aus dem Web. Die meisten schreiben den Unsinn ab, den ein anderer bereits produziert hat. Die meisten "Web-Designer" widersprechen Ihnen nicht, manche merken es nicht einmal.
Sehen Sie sich nicht Seiten Ihrer eigenen Branche an, sondern aus anderen. Welche Seite ist verständlich? Wann merken Sie, worum es geht? Gibt es überzeugende Argumente und sind diese sofort sichtbar und einleuchtend? Müssen Sie endloses und langweiliges Geschwätz ertragen oder bekommen Sie hier gute Informationen?
Ich habe bei einem der teuersten Profi-Anbieter einen komplett eigenen Server, um an einem der leistungsfähigsten Knotenpunkte des deutschen Internets direkt angeschlossen zu sein. Jegliche Software installiert kein anderer, ich installiere sie selbst. Also ehrlich gesagt, jemand wie ich braucht auch einfach einen eigenen Server. Webdesign ist mir zu wenig, ich bin Web-Master - ich habe den ersten installiert, als bei der Firma mit den zwei Einsen noch das "Deutsche Post BTX" gab. Was Ihnen das nützt?.
Ich bin damit auch Hoster. Die Infrastruktur von Blenn-Solutions liefert Hotline und technischen Support. Es kostet nur zwei, drei Euro mehr als bei beschränkten Hostern für den Massenmarkt. Die Mail z.B. war noch nie begrenzt. Sie können uns anrufen, wenn Ihnen ein Passwort fehlt, wir kennen Sie ja. Diese Freiheiten kosten üblicherweise deutlich mehr. Nur damit wir einen eigenen Server haben. Das Hosting müssen sie nicht bei uns machen, aber Sie können es.
Warum das sonst noch gut ist? Damit z.B. das Google 301 möglich ist. Ein zentralisiertes Mailscript. Bessere Statistiken. Betrifft Sie nicht? Sie haben zwar noch nie von 301 gehört, aber kennen sich gut genug aus? Außerdem "reicht" das was Sie haben für Ihre Internet-Aktivitäten? Sie brauchen keine Argumente, weil sie längst entschieden haben? Einverstanden, wir machen alles so wie Sie meinen. Auch dumme Kunden bringen Geld und nerven dann wenigstens die Hotline von anderen. Falls sie in der Warteschlange an die Reihe kommen. Für 3 Euro die Minute.
Ich möchte keine Aufträge, ich möchte Referenzen. Ich suche Kunden mit Erfolg. Es tut mir in der Seele weh, wenn eine Arbeit im Netz wieder verschwindet, weil es die Firma nicht mehr gibt. Das passiert zum Glück eher selten. Und wenn, dann war hoffentlich meine Seite nicht schuld daran. Denn das Ansehen meiner Auftraggeber steigt durch eine Seite von mir. Bei manch einem hat es dem Geschäft einen ordentlichen Schub aus dem Web gegeben. Einige generieren mittlerweile den größten Teil ihrer Aufträge über das Internet.
Es gibt Menschen, die ich sehr mag, die aber nicht über die Fähigkeiten verfügen, den Wert grafischer Arbeiten zu schätzen. Manchmal zeigen sie mir "tolle" Seiten oder eine Homepage, die gut sein soll. Wie oft Sie im Monat diese Seite besuchen oder ob es schon einmal darüber zu einem Geschäft kam, wird dann oft mit "gar nicht" beantwortet. Das erspart mir eine Diskussion über gestalterische Kraft. Na ja, ich verlange auch von meiner Katze nicht, mit mir über das Fernsehprogramm zu diskutieren und ich hab sie trotzdem gern.
Der Mensch ist ein Herdentier und neigt dazu, Sachen so zu machen wie es andere tun und das für richtig zu halten. Man muss es ihm nur lang genug vorführen. In Google findet man unter Landgericht Hamburg mehr als 800 000 mal ein zitiertes Urteil, das die Besitzer dieser Webseiten als eher dümmliche Herdenwesen kennzeichnet, die jeden Blödsinn abtippen und damit sogar alle als potentielle Gesetzesbrecher diskreditieren, auf die sie einen Link setzen, einschließlich evtl. Lieferanten. Kein Wunder dass Web-Design oft schablonenhaft und Web-Texte oft sterbenslangweilig sind. Und das obwohl grade Unternehmer eben keine Herdentiere sind, sondern der vermeintlichen Sicherheit der Masse entfliehen um etwas ganz eigenes zu machen.
Die Farbe ist ein Element der Gestaltung. Ich kenne ganz hervorragende Arbeiten etablierter Designer, die mit Grau- und Schwarz arbeiten. Trotzdem sind grau und schwarz für mich zu Krücken minder talentierter Grafiker verkümmert. Ein schwarzer Hintergrund, ein paar weisse Kreise mit Schein, natürlich sieht das irgendwie gut aus. Und es hat den Vorteil, dass jeder Depp das kann. Schwarz, grau und weiss passen zu allem und man kann dann jede weitere Farbe nutzen, ohne ein Gefühl dafür haben zu müssen. Das zurückgenommene mancher Webseiten liegt mir wirklich nicht. Immer wenn ich mich darum bemühe, wird es fahl und langweilig. Ich bin damit einverstanden, dass jemand meine Arbeit deshalb nicht mag und jemand anderen beauftragt. Ich jedenfalls kämpfe mit den Farben und auch mit den Formen und lasse mich jedes mal erneut darauf ein.
Ab und zu nutze ich Modefarben, orange und grün war eine zeitlang "Hip", auch pastellfarbenes. Ich nehme aber wenig Rücksicht auf solche Trends. Ich habe letztens auf der Festplatte ältere Designs gefunden. Etwa drei Viertel könnte man ohne weiteres wieder online stellen.
"Rolf Blenn" und "Blenn-Solutions" wird pro Tag ca. 5 mal im Google gesucht. Zieht man die ab, die www.blenn-solutions.de ins Suchfeld eintippen, bleiben mehr als 2000 Personen pro Jahr. Wir werben nicht in Zeitungen. So viele Leute kennen wir persönlich nicht. Woher kennen die unsere Namen? Wieso erinnern die sich daran?
Für mich ist Web nicht nur Business, sondern Leidenschaft.
Eine meiner eigenen Seiten ist www.ruhrlink.de. Das ist eine Suchmaschine für das Ruhrgebiet und hat mehr als 15 000 Besucher im Monat.
Wissen Sie, wie eine Suchmaschine funktioniert? Zum Beispiel so: Firmen im Ruhrgebiet,
oder so: Diskotheken oder so: Theater Ruhrgebiet
oder so: Waffengeschäfte oder so Kampfsport in Essen,
oder so Tonstudio Ruhrgebiet,
oder so Maschinenbau Ruhrgebiet,
oder, oder, oder.....
Ich denke ich weiss, wie eine Suchmaschine funktioniert. Trotzdem käme ich nie auf die Idee, Ihnen eine solche Position zu garantieren. Google bewertet gute und zielführende Inhalte. Genauso wie die Besucher Ihrer Seite.
Klicken sie auf dieses Bild, um zu Ruhrlink zu gelangen.
Auf der Blenn-Solutions.de Seite sind Sie ja nun. An den Schluss habe ich eigene Projekte gestellt.
Ruhrlink.de mache ich seit über zehn Jahren. Ein eigentlich ganz mechanisches Projekt ohne hohe Schaffenskraft, wie
ein Anzeigenblatt fast. Aber sehen Sie genauer hin: Die Städte sind geographisch geordnet. Wenn ich in Essen wohne, bin ich schneller
in Bochum als in Dortmund, und das bildet diese Seite ab. Die Listen gibt es in drei Versionen: gesamtes Ruhrgebiet ohne künstliche Stadtgrenzen,
die eigene Stadt sowie auch den eigenen Stadtteil. Ich kann sehen, was "zuhause" geboten wird, kann aber auch im ganzen Ruhrgebiet nachschauen.
Überall auf der Seite sind neue Ideen sichtbar. Hier wurde nachgedacht. Dieses Potential können Sie auch für Ihre Seite nutzbar machen.
Welcher Webdesigner hat eine solche Referenz?
Meine private Seite.
Mutig, nicht wahr? Und nicht jedermanns Sache, sich so aufzustellen. Dazu möchte ich Sie auch gar nicht überreden.
Aber so etwas zeigt, dass ich wirklich mit "Herzblut" dabei bin und dass das Web auch privat eine grosse Bedeutung für mich hat. Ein paar tausend Besucher im Monat kommen auch
auf diese Seite. Mich erfreut daran, dass die Menschen Freude damit haben. Mein Name ist bekannt. Und damit so ganz nebenbei auch meine Produkte und
Dienstleistungen.
Diese Seite stelle ich in meine Referenzen, weil ich ein Internet-Mensch bin. Ich existiere auch im WWW. Ich lebe das Web.
Das ist wie beim Sport: jemand, der Übergewicht hat, ist als Trainer einfach unglaubwürdig. Ich aber bin im Training und zeige, was ich "stemmen" kann.
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Ich möchte sie dazu motivieren, Mut zu zeigen. Mut zur Farbe, Mut zu neuen Ideen und Mut zu aussergewöhnlichem.
Das Internet hat uns phantastische Möglichkeiten gegeben, doch in seiner Trivialität zeigt sich oft das triviale des Menschen selbst.
Warhol sagte, jeder wird einmal für fünf Minuten berühmt sein. Durch das Internet ist das nun möglich. Die meisten aber bekommen vom Publikum nicht einmal mehr diese fünf Minuten, weil sie schlicht zu langweilig sind.
Das beginnt schon mit immer den gleichen Designs.