Keinen Ticker?

Die Hilfeseite darüber gibt etliche Informationen. Unter anderem:

"Der Ticker erscheint nur bei Personen mit einem bestimmten Niveau an Kontoaktivitäten. Solltest du den Ticker nicht sehen, liegt das wahrscheinlich daran, dass du Facebook nicht so häufig verwendest und daher nicht genug Inhalte zur Verfügung stehen, um den Ticker nützlich für dich zu machen."

Schwammig formuliert. Ein FB Mitarbeiter äußerte aber mal, das der Ticker erst ab 100 Freunden zur Verfügung gestellt wird.

 

Was ist Facebook überhaupt?

Facebook ist wie eine Stadthalle. Vorher trafen sich die Bewohner der Stadt anderen Räumen, die Schützen in der Schützenhalle, die Jugend in der Disco oder im Jugenheim oder die Kleingärtner in ihrer Anlage.

Die Stadthalle ist nun ein großer Raum, in den alle dürfen.

Im Gegensatz zu einer "echten" Halle reden auf Facebook nicht alle durcheinander, sondern hintereinander. Und es gibt Regeln. Es gibt in unserem Menü links den Punkt Zauberkasten, der es genau erklärt.

Die Privatsphäre

In diese Halle kann ich einfach etwas hineinrufen. Das hören und sehen alle. Facebook bezeichnet dieses als "Öffentlich". Andere können etwas zurück rufen. Auch das hören und sehen alle.

In der Mitte der Halle sind Stände von Firmen, Organisationen und Vereinen aufgebaut. Wenn ich dort etwas sage oder zeige,  kann die ganze Halle das sehen und auch darauf antworten. Sie müssen allerdings zum Stand kommen. Das nennt sich "Seiten".

In der Halle sitzen übrigens auch die Herren Google und Bing und hören, was öffentlich gesagt wird. Ich kann mich selbst zwar wie mit einer Wolldecke vor ihnen verstecken, nicht aber das was ich zu öffentlichen Dingen in die Halle rufe.

Ich kann mich zu einer Gruppe stellen. Diese Gruppe sind meine "Freunde". Wenn ich denen etwas mitteilen will, kann ich das, statt es in die Öffentlichkeit zu rufen, auf eine Tafel schreiben, die ich nur in der Gruppe herum zeige. Auf diese Mitteilung können nur die antworten, die die Tafel auch sehen können.

In meinem Freundeskreis sind auch etliche Kollegen aus der Arbeit. Die stehen zusammen und bekommen die Tafel nicht weiter gereicht, wenn ich darauf schreibe, das es ihnen nicht gezeigt werden soll.

Oder es sind einige aus dem Sportverein dabei. Ich kann auch meine Tafel nur denen geben und draufschreiben, das es nicht an andere weiter gereicht werden soll.

Diese Gruppen bezeichnet Facebook als "Freundeslisten".

Die Tafel ist meine eigene Pinwand. Nur da kann ich bestimmen, wer Dinge darauf sieht. Bei der Tafel eines anderen bestimmt er. Bei einer Fan-Seite ist die Tafel grundsätzlich an die Wand geschraubt und öffentlich. Jeder kann sie sehen.

Der Ticker:

Wenn jemand aus meinem Freundeskreis sich am Stand des Autohauses über Mängel beschwert, kann ich das ja "mithören". Allerdings mußte ich früher extra zu diesem Stand gehen, um das mitzubekommen, sprich die öffentliche Seite aufrufen.

Der Ticker ist mein Ohr an der Öffentlichkeit. Ich muß nirgends mehr hingehen, um öffentliches zu hören. Der Ticker versendet "SMS" an alle Freunde.

Das bezieht sich auch auf Dinge, die nicht für die ganze Öffentlichkeit bestimmt sind, sondern nur für einen Teil, zu dem ich aber gehöre.

Einer meiner Freunde ist auf einer Schiffsreise gewesen. Er beschwert sich öffentlich darüber, also schreit es in die Halle. Einer der Mitreisenden ruft zurück. Alle könnten es hören. Der Ticker informiert die Freunde des Mitreisenden, das er öffentlich geantwortet hat. Wenn jemand selbst so eine Reise plant, kann er als Freund also sehen, was die beiden darüber geschrieben haben.

Eine Freundin von Svenja war gestern auf einem Konzert und hatte viel Spaß da. Das schreibt sie öffentlich. Svenja antwortet darauf, das sie die Band ebenfalls mag. Ich sehe, das Svenja auf dieses öffentliche geantwortet hat und werde auf diese Weise die Freundin aufmerksam. Heute bin ich mit ihr befreundet.

Ich hätte das auch gesehen, wenn die Freundin das nicht öffentlich gesagt hätte, sondern auch nur Freunden von Freunden gezeigt , denn ich bin ja der von Svenja.

Was der Ticker nicht zeigt

Hätte diese Freundin das aber nur an ihre eigenen Freunde gerichtet, hätte der Ticker mir das nicht gezeigt. Denn ich kann diese Tafel der Freundin ja gar nicht sehen, egal was Svenja drauf schreibt.

Wenn Svenja und ihre Freundin im Sportverein sind und die Freundin etwas nur für diese Liste schreibt, kann ich weder Svenja s Kommentar sehen, noch eine Meldung davon im Ticker.

 

Wer kann etwas im Ticker sehen und wie kann ich mich schützen?

Meine Aktionen können im Ticker erst einmal nur meine Freunde sehen. Sie sehen aber lange nicht alles, was ich mache.

 

 

Ich schreibe etwas Neues auf meine Pinwand

Der Ticker ändert nichts an dem, wie es eingestellt ist. Steht die Tafel auf "Nur Freunde" oder gar beschränkt auf eine bestimmte Freundesliste, bleibt das auch so. Niemand anderes kann das sehen, auch nicht im Ticker von dritten.

Ich schreibe etwas Neues auf eine andere Pinwand

Der einzige, "richtige" Fehler in Facebook. Denn ich sehe der Pinwand ja sofort nicht an, wie sie "steht". Bei einer Seite ist das klar, denn die ist immer öffentlich (=mein Kommentar erscheint im Ticker meiner Freunde). Bei einem einzelnen Posting dort von anderen sehe ich es am Symbol neben der Uhrzeit.

Auf der Pinwand eines Freundes kommt es darauf an, wer die Einträge anderer dort sehen kann. Das stellt er zentral bei sich selbst in "Verbindungen" in der Privatsphäre ein. Wenn er es nur seinen Freunden erlaubt, dann können eure Freunde es nicht in ihrem Ticker sehen. Außer sie sind selber mit ihm befreundet. Ist wie früher in der Schule das "Poesie Album". Es kannn öffentlich auf dem Tisch liegen und jeder sieht es. Oder der Besitzer zeigt es nurt bestimmten Leuten.

Ich kommentiere ein Foto oder einen Pinwandeintrag bei jemand anderem:

Ganz einfache Regel:  Jedes Objekt hat eine Privatsphäre, die der "Besitzer" eingestellt hat. Die kann man auf dem Objekt selbst auch sehen. Im Bild hier drüber sind die Symbole ja in Groß gezeigt. Bei einem Posting steht das neben der Uhrzeit, bei einem Foto unten rechts  im Menü.  Beim Zahnrad Symbol fahrt mit der Maus drüber, ob da nur Freunde oder Freunde von Freunden steht. Ob das zusätzlich Freunde aus einer Liste sind, könnte ihr allerdings nicht sehen.

Ist ein Globus oder gar kein Symbol zu sehen, dann ist das ein unbeschränktes Objekt. Wenn ihr dann was daran tut, wird es euren Freunden im Ticker gezeigt.

Bevor ihr irgendetwas kommentientiert, schaut einfach nach dessen Privatsphäre.

Das ist der einzige "Trick" den man sich merken muß und den es gibt. Was einer eurer Freunde ohnehin sehen könnte, das sieht er auch im Ticker. Was nicht, das nicht.

Mir ist das viel zu kompliziert

Bis hier hin war der Text ein Artikel. Ab hier wirds zum persönlichen Kommentar des Verfassers.

In der Steinzeit gab es nur ein Gesetz: Hau mir die Keule nicht auf den Kopf, wenn du in meinem Stamm bist. Das Leben heute ist komplizierter. Wenn du keine Verkehrsregeln verstehst, bekommst du auch keinen Führerschein.

Facebook bietet aber eine Alternative: Wer nicht möchte, das jemand etwas sieht, aber die Regeln nicht kennt oder versteht, mit denen er das einschränken kann: einfach das nicht nicht  in Facebook schreiben!  Es gibt einfacheres als Facebook. Schreibt doch eine E-Mail.

Facebook ist Rückständig. Denn statt wie Google irgendwas aus dem Text einer Seite "errechnen" zu wollen, fragt Facebook deine Freunde. Hast du vor 20 Jahren einen guten Zahnarzt gesucht oder eine gute Autowerkstatt, hast du deine Freunde gefragt.Wenn du dich über das Fußball Ergebnis geärgert hats, hast du es in der Kneipe deinen Leuten erzählt. Oder allen, die da waren.

Jeder Mensch in der Welt hat eine Meinung und etwas zu sagen und weiß einiges. Facebook ist dafür gemacht, dieses anderen zugänglich zu machen. Sie hätten die Privatsphäre auch schlicht weglassen können.

Will man sie aber nutzen, muß man sich schon damit beschäftigen. Oder halt auf Facebook nicht schreiben.

Und zum Schluß ganz persönlich: die Macher von Facebook sind hochintelligent, aber teilweise im menschlichem ziemlich schräg.  Vielleicht beschäftigen sie sich deshalb so gerne mit Computern ;-)

 Sie tun Dinge im "Friß oder stirb" Verfahren. Früher konnte man seine Pinwand komplett sperren und brauchte sich deshalb nicht um die Einstellungen bei einzelnen Posting zu kümmern. Von heute auf morgen wurde die Funktion abgeschaltet, ohne die Leute zu informieren. Immer wieder wird etwas geändert, ohne das man eine Wahlmöglichkeit hat.

Es treten permanent Fehler im System auf, ohne das die bekannt gemacht werden. Die offizielle "Known Issues on Facebook" Seite ist unbrauchbar, wenn man paralell die Hilferufe im Forum verfolgt. Und der Support tut so, als gäbe es ihn gar nicht.

Ich selbst kann zwar Funktionsweisen gut verstehen und auch anderen erklären, kann aber niemals garantieren, das das bei allen so ist und auch morgen noch oder generell fehlerfrei.

Wie es eine US-Amerikanische Webseite so schön ausdrückt: Man ist nicht in Facebook, weil man es liebt, sondern weil alle Freunde drin sind.

Allerdings Facebook hat Facebook erfunden und sie sind diejenigen, die Facebook gemacht haben. Google+ ist einfacher, aber nur deshalb weils weniger kann. Und wer meint, dort einen besseren Datenschutz zu haben, der hat sich mit Google und seiner Funktion noch nie richtig beschäftigt. Trotzdem gut, das es eine Alternative gibt, wenn Facebook mal richtig "durchdreht", siehe MySpace.

Facebook wird von einem Haufen sehr junger Leute gemacht, die hochintelligent sind, aber als Menschen eben noch zu jung, um einen jeden möglichen Umgang mit anderen Menschen gelernt zu haben und so benehmen sie sich auch. Sie lernen erst langsam dazu.

Sie haben aber etwas geschaffen, das unser aller Leben bereichern kann. Man sollte es nutzen, den Irren aber nicht vertrauen. In einem Chat Fenster Leute zu zeigen, die gar nicht online sind und erst nach massiven Protesten kleinlaut alle Online-Leute "nachzureichen", dürfte Beweis genug sein.

 Der Ticker ist hier eine SMS. Es gibt noch einen weiteren Vergleich: Klatschtante Facebook - Warum zeigt der Ticker meinen Freunden an, was ich tue?

 

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