Für jeden, der in Facebook öffentlich mit einer Fan Seite tätig ist, besteht die Verpflichtung auf der Fan-Seite ein Impressum zu führen. Die gilt nicht nur für geschäftlich tätige - auch für eine journalistische Site muss die Möglichkeit gegeben sein, die Verantwortlichenzu erkennen und kontaktieren - eben die Impressumspflicht, die auch für gewöhnliche Web Seiten herrscht.

Ein Urteil ist gefallen und auch Abmahnungen. Verlinkt wird gern dazu auf diesen Text http://www.deutsche-startups.de/2011/10/31/impressum-facebook-urteil/ von Steffen Bunnenberg. Es hat also ein Urteil gegeben - und es ist nicht das einzige geblieben. Läßt sich so interpretieren, das Facebook mittlerweile rechtlich nicht mehr wie eine Webseite, sondern zunehmend wie ein Web Provider gesehen wird.

Es ist möglich, auf Facebook unternehmenseigene Seiten einzubinden, die inhaltlich komplett vom Inhaber befüllt werden wie eine eigene Webseite und unter seinem Namen erscheinen. Von da aus ist es nur folgerichtig, das Facebook kein rechtsfreier Raum ist, in dem jeder straflos jeden Rechtsverstoß begehen kann oder können sollte. Es gibt "Trash" Seiten die komplett von gestohlenen Inhalten "leben". Aus dieser Sicht ist das Urteil sogar nachvollziehbar.

Zum Thema Impressum im Web allgemein, wann man eines haben muss und was darin stehen sollte gibt es diese informative Seite. Wer ein Impressum aber lediglich als Pflicht sieht und nicht zur Kür macht, verschenkt nicht nur einen der wertvollen Menüpunkte auf Facebook, sondern auch Chancen, mit potentiellen Interessenten in Kontakt zu kommen. Wer ohne Impressum ist, den empfinde ich generell schon mal als "halbseiden" -  eine Einstellung die prima auch vor Fakes schützt.

Es ist sehr einfach, ein Impressum als Anbieterkennzeichnung auf Facebook einzubringen?

Man kann einen Link mit dem Titel Impressum: zum Web-Seiten Impressum der eigenen Homepage einbringen.  Das muß aber direkt vorne auf der Seite zu sehen sein, nicht erst nach dem Mausklick.

Zum anderen kann man das als App Menp einbringen. Dazu gibt es einige auch kostenfreie Lösungen. Die meisten sind potthässlich und tun nichts, außer die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Ambitionierte Hobbybastler können sich auch selbst eines fertigen. Die meisten sichtbaren Impressum Lösungen sind nicht nur häßlich, sie verschwenden auch einen der wertvollen 4 Plätze oben für App Kacheln.

Auch private Profile?

Das OLG Düsseldorf hat am 13.08.2013 sogar entschieden, das das auch für private Profile gilt, sofern die Inhalte so sind, das eine Impressumspflicht entsteht. Grade Freiberufler posten gern mal beruflich - und sind eigentlich dadurch werbend tätig. Ich beisse mir bei dieser Rechtssprechung auf die Lippen: Ist das nun Werbung, wenn ich privat von meinem Arbeitstag berichte? Muss ich mir ein T-Shirt mit Impressum kaufen, falls ich mal im Restaurant öffentlich vom Job rede?

Selbst wenn man sagt das ist ok: Ein Impressum geht aber bei Personenprofilen nicht.

Deshlab der Tip: Private Profile wirklich nur privat nutzen und für anderes eine Fan-Seite eröffnen.

Aber man kann ja keine Apps auf mobilen Geräten sehen. 

Es ist tatsächlich so: Eine Zusatzkachel ist ja auf der Facebook Handy App nicht zu sehen. Man muss allerdings auch dort eines haben - Grundlage daür ist ein älteres Urteil zu Ebay. Deshalb sollte auch ein Link im Info Bereich immer gesetzt werden. Das geht mittlerweile sogar bei Orten, siehe unseres:

 

 

Mein persönlicher Kommentar: eine mobile App ist ja im Grunde ein vom Benutzer gewähltes Programm um einen vorhandenen Inhalt anders zu zeigen. Viele Handys haben ja einen vollwertigen Webbrowser, mit dem sich die "originale" Seite prima betrachten läßt. Die Entscheidung, einen Browser mit eingeschränkter Darstellung zu verwenden wird also vom Nutzer getroffen. Nun gibt es auch im "normalen" Web etliche Betrachter, die nicht alles können. Es gibt Textbrowser, die keine Grafiken darstellen. Was ist, wenn jemand das Wort "Impressum" nur als Grafik auf seiner Seite hat? Ebenso ist ein Flash-Impressum nicht auf allen Geräten sichtbar. Es gibt Newsreader, die Text aus anderen Seiten importieren und es gibt Add-Blocker, die Inhalte von Seiten ausblenden.

Es ist eine Entscheidung des Nutzers. Schon rein technisch kann man unmöglich auf jede Betrachter Software eingehen, die zur Anzeige von Webseiten genutzt wird.

Das muß natürlich von einem Richter entschieden werden. Handys verfügen heute aber über volllwertige Browser, eine App wäre also durchaus zu sehen. Es ist technisch gar nicht möglich, auf alle denkbaren Browser einzugehen, die der Nutzer sich installieren könnte. Dies ist die Realität, hat aber noch in kein aktuelles Urteil Eingang gefunden.

Die richtige Position

Zur Position ein Artikel von Loebisch

 

Image und Seriösität auch in Facebook

Es gibt noch einen zweiten Aspekt, den ich persönlich noch für viel wichtiger halte als die gesetzliche Forderung. Das ist die Frage nach dem Image. Durch das Impressum wird eine Fan-Seite als deutlich seriöser wahrgenommen. Wir sagen wer wir sind und machen uns haft- und erreichbar. Das ist ein Imagegewinn.

Wer ein Impressum für überflüsssig hält, zeigt nicht nur sein geringes Interesse am Kunden und seinem Schutz, sondern verzichtet auch auf einen positiven Image Faktor. Fan-Seiten ohne Impressum können ja auch von jemanden völlig anderen stammen. Die Pflicht zum Impressum ist ja im Prinzip die Pflicht, "Farbe" zu bekennen.

Würden Sie ein Auto von jemandem kaufen, der nicht einmal bereit ist, seine Identität zu zeigen? Sind sie sicher, das alle Fan-Seiten tatsächlich zu dem gehören, für den sie sich ausgeben?

Ein Impressum zeigt, das der Betreiber es ernst meint und die Verantwortung übernimmt. Es erlaubt einen direkten Kontakt. Beim Besucher erzeugt ein vorhandenes Impressum Vertrauen.

Unsere App Impressum / Email

Es gibt etliche Apps. Viele davon sind lieblos zusammengeschustert. Nur zur reinen "Pflichterfüllung" sollte man den guten Platz oben aber nicht verschwenden. So denken wir - und haben die App danach gestaltet.

Schon die kostenlose Version hat 3 Designs, so das die Seite keine trostlose optische Wüste wird. Ein Disclaimer ist zuschaltbar aber keine Pflicht. Denn man kann schließlich auch nicht auf sein Shirt schreiben "Ich bin unschuldig" und einen Bankraub begehen. Jeder sollte selbst entscheiden, ob er einen Disclaimer mag. Damit man die Wirksamkeit besser beurteilen kann sei dieser Artikel aus dem Juraforum empfohlen

Die Profi Version bietet mehr Designs. So kann die Kachel noch schöner werden. Eine Karte mit Routenplaner ist sinnvoll für alle, die ihre Tätigkeit an einem bestimmten Ort ausüben - so finden potientielle Kunden auch den Weg zu Ihnen.

Wichtigsten ist uns auch die Mail Funktion. Fast 90% unserer Aufträge auf Facebook begannen mit einer E-Mail. Nicht jeder möchte sein Anliegen auf eine öffentliche Pinwand schreiben.

Das Formular schafft nicht nur eine engere Kundenbeziehung, sondern kann auch genutzt werden um Kontaktaufnahme zu ermöglichen, ohne die Mail Adresse in Klartext zu zeigen - Spam hat da keine Chance.

Facebook Seiten haben zwar ein Nachrichtensystem - der Admin erhält aber keine rote Benachrichtung oben, wenn er nicht als Seite agiert. Da ist die eigene E-Mail wesentlich geeigneter, wenn es ums Geschäft geht.

 

 

Weiterführende Links:

Der informativste Artikel: Lars Jaeschke bei Heise-de

Ein konkreter Fall im Handelsblatt

Artikel beim Heise Verlag, August 2012 und ein Artikel, wenn man bereits abgemahnt wurde

Facebook-Seiten und das Impressum - hervorragender Kommentar auf socialmediamag.de

Rechtsanwalt Schwenke

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